Was ist analoge Telefonie?

Für Profis: Ich möchte hier einfach erklären wie man über analoge Leitungen telefoniert. Ob die Endgeräte an sich dann digital (DECT) arbeiten etc. möchte ich erst später beantworten, also bitte keine zu eiligen Gegendarstellungen aufstellen. Es soll ganz einfach von 0 (NULL), oder  besser vom Stand  vor 10 Jahren an erklärt werden was analoge Telefonie bedeutet und wie das Prinzip funktioniert.

 

Fangen wir mit dem Telefon an. 

Vereinfacht dargestellt sieht es folgendermaßen aus:

Einfaches Schaltbild eines Telefons

Wir haben auf der linken Seiten den Anschluss an das Telefonnetz (a und b). Dieser kann von dem Netzbetreiber , z.B. der Telekom, einer Haus - eigenen Telefonanlage kommen.

Die mit GU1 und GU2 bezeichneten Schalter ist in Wirklichkeit nur einer, nämlich der unter dem Telefonhörer. Er ist sozusagen für das abnehmen und Auflegen zur Telefonanlage hin verantwortlich.

Nächstes wichtiges Teil ist die Glocke in der Mitte vom Bild– der Sinn ist wohl jedem klar – oder ?!

Weiter rechts haben wir mit M das Mikrofon und mit F (oben) den Lautsprecher.

Alle anderen Komponenten sind Widerstände, Kondensatoren, Dioden oder Übertrager.

Diese sind für die richtigen Spannungsverhältnisse zuständig.

 

Würde nun zu dem oberen Abbild ein Anruf erfolgen, würde die Glocke läuten.

Ein Anruf erfolgt durch die Gabe von ca. 60V auf die Pin’s a und b.

Wird nun abgehoben schalten beide Schalter (GU1 und GU2) um und der Verbindungsweg zu dem Lautsprecher und dem Mikrofon ist erfolgt.

 

Zwischen zwei Telefonen sitzt eine Telefonanlage (bei der Telekom ist diese halt etwas größer ausgefallen J )

Um dieser mitzuteilen wen man sprechen möchte muss man, na was wohl – wählen natürlich.

Wer es vielleicht schon festgestellt hat fehlt diese Einrichtung im oberen Abbild – aber das können wir ja jetzt nachholen.

 

Wahlverfahren

Zum Wählen hat man früher das Impulswahlverfahren (abgekürzt IWV) benutzt.

Das hat immer ziemlich lange gedauert und hat auch immer so „gerattert“.

Im Prinzip ist dieses Wahlverfahren nichts anderes als ein schnelles auflegen und abheben des Hörers. Für jede Ziffer die entsprechende Anzahl 1 – Ein mal, 2 – Zwei mal ... 0 Zehn mal-

Das erklärt dann natürlich auch warum es so lange dauert, da bei der Wahl von z.B. der Vorwahl 06106 insgesamt 33 Impulse über die Leitung gehen mussten. Plus die eigentliche Rufnummer sind dies schon einige Sekunden.

 

Das Wahlverfahren das diese Warterei schon seit längerer Zeit abgelöst hat ist das Mehrfrequenz Wahlverfahren (kurz: MFV oder DTMF-Wahlverfahren)

Hierbei ist jeder Ziffer eben ein DTMF Ton (Ton bestehend aus zwei Frequenzen) zugeordnet.

Dadurch muss man nicht mehr lange warten, sondern sobald die Taste gedrückt wurde kann die Telefonanlage die Information verarbeiten und mit dem Vermitteln bis zum Gesprächspartner beginnen.

Diese Wahlinformation wird wie die Sprache einfach in die Leitung eingespeist.

 

Die Verbindung

Die Verbindung der zwei Gesprächspartner erfolgt wie man aus dem vorhergehenden Bild ersehen kann über zwei Adern. D.h. wenn man es genau nimmt müssen vom einen Gesprächspartner bis zum anderen Gesprächspartner Zwei Adern verlaufen.

Nun, hier gibt es heutzutage etliche Verfahren dies zu umgehen. An anderer Stelle werde ich auf diese Techniken eingehen und versuchen sie darzustellen.

Was passiert nun, wenn sich irgendwo auf dieser Stecke jemand eine Telefon nimmt und auf dieselben Adern a und b klemmt ?

 

Nun ganz einfach man sprich eben zu dritt.

Die Telefonanlage merkt nicht wie viele Telefone an einem Anschluss hängen, daher können sich theoretisch beliebig viele Personen auf einen Anschluss hängen. Da aber irgendwo die elektrischen Grenzen erreicht sind ist schon bei einigen wenigen Apparaten Schluss.

 

Aus diesen Erkenntnissen erklärt sich , das alle Apparate an einem analogen Anschluss die gleiche Rufnummer haben. Durch Schaltungstechnik kann man erreichen, dass mehrere Apparate an einem Anschluss hängen, aber der erste der Abhebt hat das Gespräch (AWaDo). Oder das es eine logische Reihenfolge gibt und immer der vordere bekommt das Gespräch.

Dies ist auch in den TAE-Anschlussdosen berücksichtigt. (siehe Verdrahtung)